Was hast du dir für das neue Jahr vorgenommen? Gesünder leben? Weniger Stress haben? Glücklicher sein? Erfolgreicher werden? Dann schlage ich folgendes vor: Pflege deine sozialen Kontakte, sowohl im privaten als auch im beruflichen Kontext. Denn gut funktionierende soziale Beziehungen helfen dir ganz enorm dabei, all diese Ziele zu erreichen. Warum das so ist und wie es gelingt, im stressigen Alltag auch noch regelmäßig soziale Kontakte zu pflegen, darum geht es in diesem Artikel.
Tatsächlich haben soziale Kontakte einen direkten Einfluss auf unsere Gesundheit - und das sowohl in Bezug auf die seelische als auch auf die körperliche Gesundheit. Studien zeigen, dass gute soziale Kontakte das Immunsystem stärken und das Risiko für psychische Erkrankungen wie Depressionen reduzieren. Menschen mit starken sozialen Bindungen erholen sich zudem schneller von Krankheiten und haben insgesamt eine höhere Lebenserwartung. Im Gegenzug werden soziale Isolation oder Einsamkeit mit einer erhöhten Anfälligkeit für verschiedene Gesundheitsprobleme in Verbindung gebracht, darunter Herzkrankheiten, Depressionen oder Angstzustände.
Wer mit dem guten Vorsatz, gesünder leben zu wollen, ins neue Jahr startet, der sollte also nicht nur Sport treiben, mit dem Rauchen aufhören oder gesünder essen. Plane auf jeden Fall auch regelmäßige Treffen mit Freunden ein, halte Smalltalk mit den Nachbarn oder ruf mal wieder eine alte Schulfreundin an, zu der der Kontakt eingeschlafen ist. All das wird sich positiv auf deine körperliche und seelische Gesundheit auswirken.
Die Vorstellung, in den ohnehin stressigen Alltag auch noch das Pflegen von sozialen Kontakten zu integrieren, löst beim ein oder anderen ganz sicher Stress aus. Neben Job, Haushalt und Familie bleibt häufig nicht mehr genügend Energie, um abends mit Freunden ins Kino oder in die Kneipe zu gehen - da erscheint ein gemütlicher Abend auf der Couch sehr viel stressfreier.
Tatsächlich aber ist es so, dass der Austausch mit Freunden und anderen vertrauten Personen Stresshormone reduzieren kann. Wer sich also erst einmal darauf einlässt, der wird feststellen, dass soziale Kontakte das Stresslevel mindern und ein Gefühl von Entspannung erzeugen.
Das ganze wirkt übrigens auch vorbeugend gegen Stress: Wer ein gutes soziales Netzwerk hat und Kontakt zu seinen Freunden hält, der empfindet stressige und schwierige Zeiten grundsätzlich als weniger belastend.
Auch wenn es um beruflichen Erfolg geht, kann ein gutes soziales Netzwerk sehr hilfreich sein. Studien zeigen, dass Menschen mit starken sozialen Bindungen dazu neigen, beruflich erfolgreicher zu sein.
Das lässt sich sicherlich durch verschiedene Aspekte erklären: Zum einen bietet ein gutes soziales Netzwerk ein breites Spektrum an Ressourcen, Unterstützung und Ratschlägen, die einen beruflich voranbringen können. Auch beim Jobwechsel ist ein gutes Netzwerk hilfreich, da viele neue Positionen über Vitamin B, also über Kontakte, besetzt werden. Und selbst wenn man nicht über Kontakte an einen neuen Job kommt, so gilt spätestens im Vorstellungsgespräch: Soft Skills entscheiden noch wesentlicher als die Fachkompetenz darüber, ob man die Stelle bekommt oder nicht. Solche Sozialkompetenzen eignet man sich natürlich vor allem auch im privaten Umfeld an. Wer den Kontakt zu Freunden und Bekannten pflegt, der ist in der Regel also auch im Job kommunikativer, toleranter und respektvoller anderen gegenüber.
Bereits die vorangegangenen Aspekte dürften einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, glücklich zu sein. Denn wer gesund, stressresistent und beruflich erfolgreich ist, der hat schon einige Voraussetzungen zum glücklich sein erfüllt.
Die Glücksforschung, die seit den 1980er Jahren intensiviert wurde und gerade in den letzten zehn Jahren auch medial und gesamtgesellschaftlich eine immer größere Aufmerksamkeit erfährt, hat jedoch festgestellt, dass ganz andere Aspekte als die genannten dazu führen, dass Menschen glücklich sind.
Die Kulturwissenschaftlerin Annegret Braun forscht an der Ludwig-Maximilians-Universität München zum Thema Glück und sagt: "Die Glücksforscher sind sich einig: Beziehungen sind die größte Glücksquelle."
Gute soziale Kontakte sind demnach ein ganz wesentlicher Bestandteil des Glücks. Sehr detailliert und anschaulich wird diese Erkenntnis in dem aktuell erschienenen Buch "The Good Life … und wie es gelingen kann" veranschaulicht. Die beiden Harvard Professoren Robert Waldinger und Marc Schulz erläutern darin die Ergebnisse einer Langzeitstudie über ein erfülltes Leben. Seit mehr als 80 Jahren wird das Leben der Teilnehmer dieser Harvard Studie verfolgt und analysiert. Die Ergebnisse zeigen eindeutig: "Es sind unsere sozialen Beziehungen, die wie ein Schutz für Körper, Geist und Seele wirken. Mehr als alles andere beeinflussen sie unsere Gesundheit und Zufriedenheit."
Wer die Erkenntnisse der Glücksforschung kennt, den wundert auch nicht, was die Australierin Bronnie Ware in ihrem Buch "5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen" schreibt. Über Jahre hinweg begleitete die Palliativpflegerin sterbende Menschen und fasste die Erkenntnisse aus den Gesprächen schließlich in ihrem Buch zusammen.
Demnach sind die 5 Dinge, die Sterbende an ihrem Lebensende am meisten bedauern, die folgenden:
Keine Rede davon, dass man bereut, sich nicht genug angestrengt zu haben, keine Karriere gemacht zu haben, zu wenig Geld verdient zu haben. Obwohl genau das die Dinge sind, nach denen in unserer Gesellschaft so viele streben und mit denen sehr viel Zeit verbracht wird.
Soziale Kontakte umfassen ein breites Spektrum von Beziehungen. Dazu zählen Freunde, Familie, Bekannte, Kollegen, Kunden oder auch Nachbarn. Ganz grundsätzlich geht es also um Menschen, die Teil unseres sozialen Umfeldes sind und mit denen wir eine gewisse Interaktion haben.
Eine genaue Definition darüber, wer zu den engen Freunden gehört und wer eher zu Bekannten zählt, gibt es nicht und wird ganz individuell unterschiedlich empfunden. Der Grad der Bindung, also wie eng man sich einer Person verbunden fühlt, macht den Hauptunterschied aus, wenn es um den Grad der Beziehung geht.
Wichtig ist, dass nicht nur die engsten Freunde und die nächsten Familienmitglieder als wichtige soziale Kontakte gelten. Jede Art von Beziehung bringt unterschiedliche Vorzüge mit sich, seien es emotionale Unterstützung, gemeinsame Interessen oder berufliche Vorteile. Auch die Beziehung beispielsweise zu Nachbarn, Kollegen oder den Mitgliedern eines Vereins, mit denen man keine tiefe Bindung teilt, sind wichtige Beziehungen, die als sehr wertvoll empfunden werden können.
Die Anzahl der sozialen Kontakte kann stark variieren und hängt von individuellen Präferenzen und Lebensstilen ab. Es gibt keine festgelegte Anzahl an Kontakten, die ideal ist. Einige Menschen fühlen sich mit wenigen, aber engen Beziehungen wohl, während andere ein breiteres Netzwerk bevorzugen. Im Durchschnitt hat eine Person etwa fünf enge Freunde und einen erweiterten Kreis von Bekannten. Das aber sollte für niemanden eine Richtlinie darstellen. Ganz entscheidend ist nicht die Quantität, sondern die Qualität von sozialen Beziehungen.
Daher ist es auch nicht ratsam, grundsätzlich an allen sozialen Beziehungen festzuhalten. Es ist wichtig zu erkennen, welche Beziehungen einem guttun und welche möglicherweise belastend sind. Ein regelmäßiges Überprüfen und gegebenenfalls Loslassen von Kontakten, die nicht mehr förderlich sind, kann entscheidend für das eigene Wohlbefinden sein.
Selbst wenn einem bewusst ist, wie wichtig soziale Kontakte für das eigene Wohlergehen sind, fällt es vielen von uns trotzdem schwer, sich um das eigene soziale Netzwerk zu kümmern. Die Glücksforscherin Annegret Braun erklärt das damit, dass es anstrengend ist, Beziehungen aufzubauen und zu pflegen, denn dies erfordert sowohl Zeit als auch Aufmerksamkeit.
Damit du es schaffst, in deinem ohnehin angefüllten und oftmals anstrengenden Alltag Zeit und Aufmerksamkeit in deine sozialen Beziehungen zu investieren, haben wir einige ganz konkrete Tipps für dich zusammengestellt.
Die meisten von uns haben feste Zeiten für ihren Job. Auch der Wochenendeinkauf, der Sportkurs und das Badezimmer putzen sind mit einigermaßen festen Zeiten in unserem Alltag verankert. Bei der Pflege sozialer Kontakte hingegen ist das anders. Feste Zeiten gibt es in der Regel nicht. Stattdessen wird zwischen Tür und Angel die ein oder andere Whatsapp-Nachricht geschrieben. Und wenn es mal nicht so stressig ist wie aktuell, dann will man sich auch mal wieder verabreden. Bis dahin verbringt man den Abend lieber zu Hause auf der Couch, um genügend Energie für den neuen Tag zu tanken.
ABER: Wir haben gelernt, wie wichtig soziale Beziehungen im Leben sind. Nichts trägt so sehr zum persönlichen Glück bei, wie gut funktionierende soziale Beziehungen. Am Ende deines Lebens wirst du garantiert nicht bereuen, nicht noch mehr Serien geguckt oder das Bad nicht regelmäßiger geputzt zu haben.
Daher ist es nur konsequent, die Pflege von sozialen Beziehungen zur Priorität zu machen! Und Prioritäten solltest du auch feste Zeiten in deinem Alltag einräumen. Überlege also an welchen Tagen und zu welchen Zeiten du dir ganz bewusst Zeit für die Pflege von sozialen Kontakten nehmen willst. Und das sowohl für Treffen mit Freunden, als auch für Zeiten, die du nutzt, um Verabredungen zu vereinbaren oder dich per Telefon oder digitale Nachrichten mit deinen sozialen Kontakten in Verbindung zu setzen.
Es braucht nicht immer gleich ein gemeinsames Wochenende oder ein langer gemeinsamer Kneipen-Abend zu sein, um seine sozialen Beziehungen zu pflegen. Auch kleine Gesten, die nicht viel Zeit und Mühe kosten, sind wichtig und helfen dabei, wertvolle soziale Kontakte aufrechtzuerhalten. Das kann zum Beispiel so funktionieren:
Du bist einkaufen und an der Kasse fallen dir die leuchtenden Tulpen ins Auge? Nimm doch ein paar mit und klingele auf dem Nachhauseweg bei einer netten Nachbarin und schenk ihr die Blumen. Einfach so und ohne Anlass, um eine Freude zu bereiten.
Du hast im Job ein anstrengendes Projekt beendet, in dessen Verlauf du etliche Male mit einem Kunden gemailt und telefoniert hast. Jetzt wo aus der Notwendigkeit heraus kein täglicher Kontakt mehr besteht, schick dem Kunden doch eine Postkarte und bedank dich für die gute Zusammenarbeit.
Du bist in einer Kneipe oder einem Café, wo du schon einmal einen netten Abend mit einem Freund verbracht hast. Mach ein Selfie und schick es dem Freund. Lass ihn wissen, dass du gerade an ihn denken musst und dich über ein neues Treffen freuen würdest.
Leg einem Kollegen einen Zettel auf den Schreibtisch, auf dem zum Beispiel steht "Was wäre der Arbeitsalltag grau und langweilig ohne Kollegen wie dich :)"
All das sind Dinge, die dich keine fünf Minuten deiner Zeit kosten, aber einen großen Einfluss auf die Qualität deiner sozialen Beziehungen haben.
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Der Alltag bringt es häufig mit sich, dass man regelmäßig Zeit mit Menschen verbringt, die einem nicht so wichtig sind und darüber der Kontakt zu Menschen, mit denen man sich eigentlich eng verbunden fühlt, mit der Zeit einschläft. Häufig passiert das dann, wenn man nicht mehr am gleichen Wohnort lebt, oder die Lebensumstände sich stark unterscheiden, beispielsweise wenn der eine kleine Kinder hat und der andere ein Single-Leben führt.
Nimm dir ein paar Minuten Zeit und überlege: Wer sind die Menschen in deinem Leben, die dir wirklich wichtig sind? Zu wem fühlst du eine Verbundenheit, auch wenn die Person vielleicht keinen festen Platz mehr in deinem Alltag hat?
Schreib die Namen auf und mach dir bewusst, dass es wert ist, diesen wertvollen Menschen Aufmerksamkeit und Zeit zu schenken - auch wenn es im Alltag etwas unbequem erscheint. Verabrede dich zum Telefonieren oder plane einen Besuch oder einen gemeinsamen Wochenend-Trip. So etwas muss nicht ständig stattfinden, aber doch regelmäßig, damit das Gefühl der Verbundenheit nicht irgendwann verloren geht.
Eine Freundin hat mir neulich erzählt, dass ihr Vater sich einmal im Jahr mit einem alten Freund trifft und sie dann zweimal um einen See spazieren gehen. Bei der ersten Umrundung erzählt der eine von beiden von sich und seinem Leben, bei der zweiten Umrundung der andere.
Ich finde das eine sehr schöne Idee und sie zeigt, wie wichtig es ist, dass in einer Freundschaft beide Seiten gesehen werden und Raum bekommen. Natürlich müssen solche strikten Regeln nicht sein, um ein Gleichgewicht in einer Beziehung herzustellen, aber sie können helfen. Denn nicht jeder ist so reflektiert, dass ihm direkt bewusst ist, dass die andere Seite vielleicht manchmal zu kurz kommt. Gerade wer gern erzählt und eher extrovertiert ist, denkt sich vielleicht, dass der andere ja ruhig auch erzählen kann, wenn er das Bedürfnis danach hat. Aber es gibt auch viele Menschen, die nur dann von sich erzählen, wenn sie das Gefühl haben, dass ihr Gegenüber sich auch wirklich dafür interessiert und die daher tendenziell zurückhaltender sind.
In guten und stabilen Freundschaften und sonstigen sozialen Beziehungen ist ein Gleichgewicht wichtig. Nimm dir bei Treffen daher ganz bewusst vor, dein Gegenüber wahrzunehmen. Wie sieht er oder sie heute aus? In welcher Stimmung befindet sich die Person? Hör genau zu: Was erzählt dein Gegenüber?
Zeig ernsthaftes Interesse und stell Fragen. Nicht nur eine, sondern Nachfragen, die in die Tiefe gehen. Du wirst merken, dass nicht nur dein Gegenüber sich darüber freuen wird, sondern dass auch du selbst von der dadurch tieferen Beziehung profitieren wirst.
Im Gegenzug heißt es aber auch: Zeig dich! Nur wer bereit ist, sich selbst so zu zeigen, wie er ist, wird in der Lage sein, tiefe und innige Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen. Wer hingegen versucht, die Erwartungen seines Gegenübers zu erfüllen oder gar eine Rolle spielt, der wird über ein oberflächliches Miteinander nicht hinaus kommen.
Instinktiv verhalten sich viele anders, meist aus einem unbewussten Selbstschutz heraus, denn wer sich zeigt, wird dadurch automatisch auch verletzlich. Nahbar und offen zu sein, ist also manchmal durchaus eine Herausforderung, lohnt sich aber häufig, wenn innige Beziehungen die "Belohnung" sind.
Ein ganz klassischer wichtiger Tag im Leben jedes Einzelnen ist der Geburtstag. Und vermutlich kennt jeder dieses schöne Gefühl, wenn ihn am Geburtstag Nachrichten, Anrufe oder Post von Freunden erreichen. Wenn man merkt, da hat jemand an mich gedacht, ich bin ihm wichtig. Neben dem Geburtstag gibt es andere, vergleichbar wichtige Tage. Zum Beispiel ein erster Arbeitstag im neuen Job, ein Prüfungstag, der Geburtstag der eigenen Kinder, der Antritt einer großen Reise oder ein Umzug. Natürlich kannst du dir nicht all die wichtigen Tage im Leben all deiner sozialen Kontakte merken. Aber es gibt Kalender, in die man sie eintragen kann. Gerade in digitalen Zeiten ist dies mehr als komfortabel: Man trägt einen Geburtstag einmalig ein und lässt sich dann Jahr für Jahr von seinem Kalender verlässlich daran erinnern. Und auch bei anderen wichtigen Tagen im Leben seiner sozialen Kontakte, ist es durchaus erlaubt, digitale Tools in Anspruch zu nehmen, um diese nicht zu vergessen. Erzählt dir beispielsweise eine Freundin, dass sie in zwei Wochen ihren Arbeitgeber wechselt, dann trag dir doch einfach in deinen Kalender eine Erinnerung für den Vorabend ein und schreib ihr eine kurze Nachricht mit guten Wünschen für den ersten Arbeitstag. Das kostet dich kaum Zeit und Mühe, zahlt sich aber enorm auf deine Verbindung aus.
Zum Geburtstag erhält man heute vor allem digitale Nachrichten. Eine Postkarte ist sehr viel persönlicher und vermittelt Wertschätzung. Über EchtPost schreibst du Geburtstagskarten ganz einfach online, die dann als echte gedruckte Postkarten per Post verschickt werden.
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Eine gute Möglichkeit, um soziale Beziehungen regelmäßig zu pflegen, ist es, soziale Interaktionen mit anderen Aktivitäten und Hobbys zu verbinden. Du gehst gerne auf den Flohmarkt? Dann nimm beim nächsten Mal doch eine Freundin mit. Wandern entspannt dich? Dann plane doch für jeden ersten Sonntag im Monat eine Wanderung und frage immer wieder Freunde, ob sie dich begleiten möchten. Auch die tägliche Joggingrunde verliert sicherlich nicht an Attraktivität, wenn ein Freund nebenher läuft. Und selbst wenn du allabendlich am liebsten Netflix Serien guckst, dann sei sicher, da bist du unter deinen Freunden nicht der einzige. Und gemeinsam auf dem Sofa zu sitzen und im Anschluss noch ein wenig zu quatschen, würde deinen Couch-Abend sicherlich bereichern.
Auch Dinge jenseits von reinen Freizeitaktivitäten kannst du gut mit sozialen Interaktionen verbinden und ihnen dadurch eine ganz neue Qualität verleihen. Verabrede dich an einem Nachmittag die Woche doch fest mit anderen jungen Eltern und esst im Anschluss gemeinsam zu Abend, einmal bei der einen, einmal bei der anderen Familie. Oder veabrede dich regelmäßig zum Business-Lunch mit Kunden oder Dienstleistern. Vielleicht dauert die Mittagspause dann eine halbe Stunde länger, bringt dich beruflich aber enorm weiter.
Wertvolle soziale Beziehungen leben von einem Zusammenspiel aus Nehmen und Geben. Man schenkt dem anderen Aufmerksamkeit und bekommt dafür auch welche. Man zieht den anderen ins Vertrauen und wird dafür ins Vertrauen gezogen. In schwierigen Zeiten steht man mit gutem Rat zur Seite und bekommt andersherum ein offenes Ohr.
"Mit Rat und Tat zur Seite stehen" heißt es ja eigentlich, aber wenn es um die Tat geht, wird es in so mancher sozialen Beziehung schwierig. "Gib Bescheid, wenn ich dir helfen kann!" hast du so oder so ähnlich vermutlich auch schon diverse Male gesagt, ohne dass deine Hilfe danach in Anspruch genommen wurde. Selbst dann, wenn dein Angebot aufrichtig ehrlich gemeint war. Aber du kennst vielleicht selbst die Situation, dass dir alles zu viel ist und du ein Angebot von Freunden zum Thema Hilfe trotzdem nicht angenommen hast. Weil du niemandem zur Last fallen wolltest oder weil du vielleicht gar nicht so richtig wusstest, womit man dir aktuell überhaupt helfen kann.
Wenn es um das Anbieten von Unterstützung geht, solltest du daher ganz konkret werden. Mach einen Vorschlag, wie du helfen kannst. Als Beispiel: Der alleinerziehenden Freundin bietest du an, einen Abend zu babysitten, damit sie Zeit zum Ausgehen hat. Dem Nachbarn mit dem gebrochenen Bein bietest du an, beim Gang zum Bäcker Brötchen mitzubringen. Dem Bekannten auf Jobsuche bietest du an, als Sparringspartner beim Brainstorming zu möglichen neuen Arbeitgebern bereit zu stehen. Und der Nichte im Uni-Stress bietest du an, ihre Hausarbeit Korrektur zu lesen. Solche ganz konkrete Hilfe wird viel eher in Anspruch genommen und stärkt eure gemeinsame Beziehung. Und du wirst merken, welch gutes Gefühl es bei dir hinterlässt. Helfen macht nämlich auch glücklich.
Nicht ohne Grund spielen Traditionen und Rituale in unserer Kultur und allen anderen eine große Rolle. Sie bieten die Möglichkeit der Identifikation, geben Sicherheit und Verlässlichkeit, ein Gefühl von Gemeinschaft und sind oftmals Grund zur Vorfreude.
Von Regelmäßigkeiten und Traditionen können auch soziale Beziehungen profitieren. Ob du dich in den Weihnachtsferien in der Heimat jedes Jahr mit alten Schulfreunden triffst, nach dem Kantinenbesuch mit Kollegen noch einen gemeinsamen Kaffee trinkst, mit Vereinsmitgliedern nach dem Training noch einen trinken gehst oder mit einem alten Bekannten Jahr für Jahr das gleiche Filmfestival besuchst. Solche Regelmäßigkeiten und Traditionen helfen dir dabei, soziale Beziehungen zu pflegen und durch die Verbindlichkeit aufrechtzuerhalten und zu stärken.
Ein positiver Nebeneffekt ist, dass es dich dadurch weniger Gedanken und Stress kostet, deine sozialen Beziehungen zu pflegen. Wenn erst einmal eine "Tradition" etabliert ist, braucht es keine Eigeninitiative mehr - die Treffen funktionieren praktisch von ganz alleine.
Bis es soweit ist, musst du allerdings Initiative zeigen. Denn bis die Mitglieder eines Vereins eine eingespielte Gruppe sind, bis das Klassentreffen organisiert ist, die Nachbarschaft in aktivem Austausch miteinander steht - dafür braucht es Zeit und Aufmerksamkeit. Manchmal ergeben sich solche sozialen Gefüge von ganz allein, meist dann, wenn die Sympathie von Anfang an groß ist. In anderen Fällen bedeutet es Arbeit, von der man sich manchmal fragt, ob sie sich überhaupt lohnt. In den meisten Fällen tut sie das! Denn auch wenn du anfangs vielleicht nicht von allen deinen Nachbarn begeistert bist, wirst du es nach einer Weile als bereichernd empfinden, dich auf sie eingelassen zu haben.
Um soziale Beziehungen aufzubauen, braucht es diejenigen, die Treffen vorschlagen und organisieren. Und die nicht gleich aufgeben, wenn sie eine Absage bekommen, oder die ersten Treffen vielleicht ein wenig steif sind. Es braucht häufig Zeit und den Willen, einander kennenzulernen und soziale Beziehungen aufzubauen - lass dich also nicht entmutigen und zeig Initiative.
In dem eingangs erwähnten Buch "The Good Life" wird ein Experiment mit Zugpendlern beschrieben, das zeigt, wie wertvoll auch ganz flüchtige soziale Interaktionen sind.
Zugpendler wurden befragt, ob sie lieber alleine im Zug sitzen oder mit anderen Reisenden ins Gespräch kommen würden. Die große Mehrheit war sich einig darüber, dass sie lieber allein sitzen würde. Die Pendler wurden daraufhin in zwei Gruppen eingeteilt: Die Teilnehmer der einen Gruppe setzten sich im Zug allein hin und brachten die Fahrt in gewohnter Weise hinter sich. Die Teilnehmer der anderen Gruppe wurden dazu aufgefordert, einen anderen Reisenden in ein Gespräch zu verwickeln. Im Anschluss wurden beide Gruppen befragt und es zeigte sich, dass diejenigen, die ein Gespräch geführt hatten, deutlich zufriedener waren, als die Teilnehmer der anderen Gruppe.
Ein sozialer Kontakt muss nicht immer eine innige Beziehung sein, um für uns wertvoll zu sein. Auch der Kassierer im Supermarkt, der Arzthelfer oder die Busfahrerin können wichtige soziale Kontakte sein. Ob du dazu wirst, hängt ganz von dir ab. Versuch beim nächsten Einkauf den Kassierer aufmerksam wahrzunehmen. Sei freundlich und sag ein kleines bisschen mehr als Hallo und Danke. Ein Kommentar über das Wetter, ein Blickkontakt und ein Lächeln machen bereits einen großen Unterschied. Du wirst merken, wie du selbst von diesen kleinen sozialen Interaktionen im Alltag bereichert wirst - ohne dass du dafür Zeit investieren musst.
Neue Technologien können in Bezug auf soziale Beziehungen Fluch und Segen zugleich sein. Einerseits stehen wir dadurch heute mit mehr Menschen in Kontakt als jemals zuvor. Über soziale Netzwerke bekommen wir von Hochzeiten, Krisen und Urlauben von Menschen mit, die wir teilweise seit Jahrzehnten nicht gesehen oder noch niemals persönlich gesprochen haben. Diese gefühlte Nähe kann sich allerdings schnell in ein Gefühl von sozialer Distanz und Einsamkeit umkehren. Denn ein Post auf einer Social Media Plattform hat nur sehr wenig mit einer sozialen Interaktion im echten Leben zu tun.
Außerdem verleiten uns neue Technologien dazu, tatsächlichen Interaktion in der nicht digitalen, "echten" Welt aus dem Weg zu gehen. Es geht schließlich so viel schneller, zum Geburtstag eine WhatsApp Nachricht zu schreiben oder per Facebook zu gratulieren, als den Telefonhörer in die Hand zu nehmen. Aber es ist eben auch sehr viel weniger persönlich und wertschätzend.
Aber natürlich haben digitale Technologien auch Vorteile in Bezug auf soziale Beziehungen. Videotelefonie beispielsweise ermöglicht eine sehr persönliche Form der Kommunikation, auch über Kontinente entfernt. Zudem hast du die Möglichkeit, die sozialen Netzwerke zu nutzen, um deine Kontakte im echten Leben zu unterstützen. Einen Post auf Facebook von einem alten Freund kannst du beispielsweise als Anlass nehmen, um ihn mal wieder anzurufen.
Wenn du dich allerdings wiederholt selbst dabei beobachtest, wie du regelmäßig Minuten oder auch Stunden damit verbringst, durch soziale Netzwerke zu scrollen, dann mach doch einmal ein Experiment mit dir selbst: Dokumentiere über drei Wochen, wie viel Zeit du in sozialen Netzwerken und Messangern verbringst und versuche in den folgenden drei Wochen, gar nicht auf Social Media unterwegs zu sein und die Zeit, die du dadurch gespart hast, im echten Leben zu nutzen, um deine sozialen Kontakte zu pflegen.
Neue Technologien helfen auch dabei, Geburtstage von Mitarbeitern oder Freunden nicht zu vergessen. Über EchtPost kannst du den Versand von Geburtstagskarten komplett automatisieren.
Mehr
Auch im beruflichen Kontext spielen soziale Kontakte eine wichtige Rolle. Allen voran natürlich zu den Kollegen, aber auch zu Kunden, Dienstleistern oder Auftraggebern.
Das bedeutet nicht, dass all deine beruflichen Kontakte zu Freunden werden sollen. In vielen Fällen macht es sogar Sinn, Privates und Berufliches nicht zu sehr zu vermischen und eine professionelle Distanz zu wahren. Nichts desto trotz sind auch berufliche Beziehungen soziale Beziehungen, schließlich hast du es mit Menschen zu tun, die genauso ein Privatleben haben, wie du auch. Sich menschlich, also sozial zu verhalten, wird daher auch im beruflichen Kontakt ganz wesentlich dazu beitragen, dass du gesünder, erfolgreicher und glücklicher sein wirst.
Für die Pflege seiner beruflichen Kontakte bietet sich die Nutzung eines Content Management Systems an. So lässt sich die gesamte Kommunikation auf verschiedenen Kanäle zentral an einem Ort speichern. Vor der Kontaktaufnahme hast du die Möglichkeit, die Kontakthistorie einzusehen und dir einen Überblick über die bisherige Beziehung zu verschaffen. Außerdem bietet dir ein CRM System die Option, dir selbst Aufgaben einzustellen, die dich dabei unterstützen, deine beruflichen Beziehungen zu pflegen. So kannst du dich beispielsweise selbst daran erinnern, bei einem potenziellen Neukunden erneut nachzufragen, ob Interesse an deiner Lösung besteht. Oder du setzt dir einen Regeltermin ein, um mit ehemaligen Kunden und Kollegen bei einem gemeinsamen Kaffee in Kontakt zu bleiben.
Die vorgeschlagenen Tipps betonen die Bedeutung von regelmäßiger Kommunikation, gemeinsamen Aktivitäten und dem richtigen Maß an Flexibilität, um soziale Beziehungen trotz eines hektischen Lebensstils aufrechtzuerhalten. Sicherlich wirst du nicht alle Dinge umsetzen, die wir in diesem Text vorgeschlagen haben. Nimm dir doch einfach ein oder zwei Tipps heraus, und probiere dich daran. Mit der Zeit wirst du merken, dass die Pflege von sozialen Kontakten zu einem gewissen Selbstläufer wird. Denn je regelmäßiger du deine sozialen Beziehungen pflegst, desto mehr Energie wirst du verspüren, um genau das weiterhin zu tun.
Die eingangs erwähnte Harvard Langzeitstudie von Waldinger und Schultz zeigt auf, dass es nie zu spät ist, seine sozialen Beziehungen zu pflegen und dadurch das eigene Wohlbefinden zu steigern. Das allerdings soll keine Einladung dazu sein, die Pflege seiner sozialen Kontakte auf die lange Bank zu schieben - wenn erstmal die Kinder aus dem Haus sind oder die Rente beginnt. Vielmehr gilt hier das Motto eines alten chinesischen Sprichwortes: Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor zwanzig Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt.
Nichts geht über Vitamin B - vergiss daher nicht die Netzwerkpflege. Wir liefern dir konkrete Ideen, wie du dein Business Netzwerk pflegst.
Leg den Fokus verstärkt auf Kundenbindung, damit du zukünftig nicht mehr in die Situation kommst, Kunden zurück gewinnen zu müssen.
Die Geburtstage deiner Kunden bieten einen guten Anlass um mit einer Geburtstagskarte aktiv Kundenrückgewinnung zu betreiben.